PIM-System

PIM-Einführung: Vorteile und Plan Schritt für Schritt

Die Einführung eines PIM-Systems ist vor allem ein Datenprojekt, kein Softwareprojekt. Hier lesen Sie die Vorteile eines PIM-Systems in klaren Worten, einen bewährten Ablauf, einen ehrlichen Zeitplan und ein PIM-System-Beispiel aus dem Großhandel.

Kurz gesagt

Ein PIM-System führen Sie in festen Schritten ein: Quellen und Kanäle erfassen, EANs und Kategorien bereinigen, Pflichtattribute pro Kanal festlegen, mit Regeln importieren, anreichern, die Datenqualität prüfen und dann Kanal für Kanal live gehen. Die Vorteile sind eine einzige Datenquelle, schneller neue Produkte online, weniger Fehler und Retouren und Marktplatzreife.

Aktualisiert am 5. November 2026 7 Minuten Lesezeit Vom StoreLinkr-Team
Auf dieser Seite
  1. Die Vorteile eines PIM-Systems
  2. PIM-Einführung in neun Schritten
  3. Wie lange dauert eine PIM-Einführung?
  4. Typische Stolperfallen bei der PIM-Einführung
  5. PIM-System Beispiel: ein Fahrradteile-Großhändler
  6. Checkliste für Ihre PIM-Einführung
  7. Häufige Fragen

Die Vorteile eines PIM-Systems

Was ein PIM ist, lesen Sie unter Was ist ein PIM-System. Hier geht es darum, warum Sie eines einführen. Die Vorteile eines PIM-Systems sind konkret, aber Sie spüren sie erst, wenn die Daten in Ordnung sind.

Eine einzige Datenquelle

Ohne PIM steht dieselbe Fahrradkette in der Kasse, in einer Excel-Datei des Lieferanten, im Onlineshop und auf einem Marktplatz, jeweils mit leicht anderem Namen oder Preis. Mit einem PIM ändern Sie das Produkt an einer Stelle, und die Änderung geht an jeden angebundenen Kanal. Niemand muss mehr suchen, welche Version stimmt.

Schneller neue Produkte online

Ein neuer Artikel kommt über den Import Ihres Lieferanten herein, erhält automatisch die Kategorie und die Regeln, die Sie einmal eingerichtet haben, wird per EAN angereichert und erscheint dann auf Ihren Kanälen. Sie erledigen die Arbeit einmal statt pro Kanal.

Weniger Fehler und weniger Retouren

Retouren entstehen oft durch unvollständige Daten: keine Größe, kein Gewicht, ein falsches Foto, unklare Kompatibilität. Ein PIM mit einer Übersicht zur Datenqualität zeigt, welchen Produkten etwas fehlt, bevor der Kunde es merkt.

Bereit für Marktplätze

Marktplätze verlangen mehr als Ihr Onlineshop: eine gültige EAN, eine Kategorie aus ihrem eigenen Baum, Pflichtattribute und seit der GPSR auch die Angaben des verantwortlichen Wirtschaftsakteurs. Steht das schon in Ihrem PIM, ist ein neuer Marktplatz eine Frage des Anbindens und Zuordnens statt eines Neustarts.

PIM-Einführung in neun Schritten

Dieser Ablauf funktioniert für einen kleinen Onlineshop ebenso wie für einen Großhändler. Der Unterschied liegt im Aufwand pro Schritt, nicht in der Reihenfolge.

  1. Quellen und Kanäle erfassen. Woher kommen Ihre Produkte (Lieferanten, Großhändler, Kasse, eine Excel-Datei) und wo wollen Sie verkaufen (Onlineshop, Marktplätze, Google Shopping)? Notieren Sie pro Quelle, was sie enthält und wie oft sie sich ändert.
  2. EANs und Kategorien bereinigen. Suchen Sie doppelte und ungültige EANs sowie Produkte ohne EAN. Legen Sie einen eigenen Kategoriebaum fest, der zur Suche Ihrer Kunden passt. Mehr zur Nummer selbst unter Was ist ein EAN-Code.
  3. Pflichtattribute pro Kanal festlegen. Erstellen Sie eine Liste: Was braucht Ihr Onlineshop, was jeder Marktplatz? Etwa Marke, Gewicht, Maße, Farbe, Größe und Material.
  4. Importieren und mit Regeln umwandeln. Binden Sie Lieferanten und Kasse an oder importieren Sie einmalig eine XLS-, XLSX- oder CSV-Datei mit Spaltenzuordnung und Vorschau. Richten Sie Produktregeln für Felder ein, die Sie besser kennen als der Lieferant, und Suchen-und-Ersetzen-Regeln pro Importquelle für wiederkehrende Fehler wie Abkürzungen in Produktnamen.
  5. Anreichern. Ergänzen Sie fehlende Namen, Beschreibungen, Bilder und Kategorien per EAN und lassen Sie bei Bedarf Ihre eigene KI die Texte umschreiben. Siehe KI-Produktanreicherung.
  6. Datenqualität prüfen. Arbeiten Sie die Liste der Produkte ohne Bild, mit ungültiger EAN, ohne Marke, Kategorie, Gewicht oder Preis oder mit niedriger Marge ab.
  7. Kanäle anbinden. Binden Sie Onlineshop und Marktplätze an, ordnen Sie Ihre Kategorien denen des Kanals zu und wählen Sie pro Kanal Produktauswahl, Preisliste und Lagerorte.
  8. Pro Kanal live gehen. Starten Sie mit einem Kanal, prüfen Sie eine Handvoll Produkte und Bestellungen und nehmen Sie dann den nächsten.
  9. Pflegen. Ein PIM ist nie fertig. Neue Produkte, neue Kanäle und neue Anforderungen kommen laufend hinzu.

Beginnen Sie Schritt 5 mit Ihren Bestsellern. Eine vollständige Top-Kategorie bringt mehr als tausend halb angereicherte Produkte.

Wie lange dauert eine PIM-Einführung?

Ehrliche Antwort: Das hängt vor allem davon ab, wie sauber Ihre Quelldaten sind, nicht von der Software. Die Tabelle ist eine grobe Orientierung für jemanden, der neben dem Tagesgeschäft daran arbeitet. Mit vielen ungültigen EANs oder ohne festen Verantwortlichen dauert es länger.

PhaseKleiner Onlineshop (einige hundert Produkte, ein Lieferant, ein Shop)Großhändler (Tausende Artikel, mehrere Lieferanten, Shop plus Marktplätze)
Quellen und Kanäle erfassenEin TagEine Woche
EANs und Kategorien bereinigenEin paar TageZwei bis vier Wochen
Pflichtattribute pro Kanal festlegenEin NachmittagEine Woche
Importieren, zuordnen und Regeln einrichtenEin paar TageEine bis drei Wochen
Anreichern und Datenqualität prüfenEine WocheLaufend, Bestseller zuerst
Erster Kanal liveNach etwa zwei bis drei WochenNach etwa sechs bis zehn Wochen
Weitere KanäleEin paar Tage pro KanalEine bis zwei Wochen pro Kanal

Beachten Sie den Unterschied zwischen dem ersten und den weiteren Kanälen. Die meiste Arbeit steckt in den Schritten 1 bis 6. Sind Ihre Daten einmal in Ordnung, ist ein weiterer Kanal vor allem Zuordnen und Prüfen. Was es finanziell kostet, lesen Sie unter PIM-System Kosten.

Typische Stolperfallen bei der PIM-Einführung

Unsaubere Quelldaten importieren und auf das Beste hoffen

Ein PIM macht schlechte Daten nicht von selbst gut. Importieren Sie doppelte EANs und leere Marken, stehen diese bald sauber strukturiert auf jedem Kanal. Bereinigen Sie zuerst oder nutzen Sie Regeln, die es bei jedem Import korrigieren.

Kein Verantwortlicher

Wenn jeder ein bisschen an den Produktdaten arbeitet, fühlt sich niemand zuständig. Bestimmen Sie eine Person, die über Kategorien, Pflichtfelder und Änderungsrechte entscheidet.

Die Zuordnung überspringen

Ihre eigenen Kategorien und Attribute sind nicht die eines Marktplatzes. Wer die Zuordnung auslässt, sieht Produkte abgelehnt oder in der falschen Kategorie. Nehmen Sie sich pro Kanal Zeit für die Kategorie- und Attributzuordnung.

Alle Kanäle gleichzeitig

Überall gleichzeitig live zu gehen, wirkt effizient, doch jeder Fehler vervielfacht sich dann mit der Zahl der Kanäle. Ein Kanal nach dem anderen lässt Raum zum Lernen.

Erwarten Sie nicht, dass ein PIM Übersetzungen oder eigene Texte pro Kanal übernimmt, wenn die Software das nicht kann. StoreLinkr speichert zum Beispiel einen Satz Produkttexte und keine übersetzten Inhalte pro Sprache. Prüfen Sie solche Anforderungen vor der Auswahl.

PIM-System Beispiel: ein Fahrradteile-Großhändler

Angenommen, ein Fahrradteile-Großhändler hat einige tausend Artikel von drei Lieferanten, einen WooCommerce-Shop und will auf Kaufland verkaufen. So läuft die Einführung mit StoreLinkr.

Phase 1: Daten in Ordnung bringen

Die Lieferanten werden angebunden, und eine alte Excel-Datei mit Eigenmarkenartikeln kommt einmalig per CSV-Import mit Spaltenzuordnung hinein. Die Übersicht zur Datenqualität zeigt sofort die Lücken: Reifen ohne Gewicht, Ketten mit ungültiger EAN, Bremsbeläge ohne Marke. Eine Suchen-und-Ersetzen-Regel für einen Lieferanten macht aus "BR.BEL" überall "Bremsbelag". Für die Topseller legt der Großhändler eigene Namen und Beschreibungen per Produktregel fest, damit der nächste Import sie nicht überschreibt. Varianten wie ein Schlauch in fünf Größen werden automatisch gruppiert.

Phase 2: WooCommerce live

Der Shop wird über das WordPress-Plugin angebunden. Der Großhändler ordnet die importierten Kategorien dem eigenen Kategoriebaum zu, wählt, welche Produkte in den Shop dürfen und welcher Lagerort zählt. Zuerst geht eine Kategorie live, danach der Rest. Bestellungen aus dem Shop kommen zurück in StoreLinkr, und der Bestand bleibt abgeglichen.

Phase 3: Kaufland dazu

Für Kaufland gibt es eine zweite Anbindung mit eigener Produktauswahl und eigener Preisliste. Kategorien und Attribute werden denen von Kaufland zugeordnet, und der Marktplatztitel wird aus Marke, Modell und Titel zusammengesetzt. Für die GPSR werden die Angaben der Wirtschaftsakteure pro Marke zugeordnet, sodass Kaufland sie erhält. Produkte, die abgelehnt würden, etwa ohne gültige EAN, bleiben aus der Auswahl, bis sie stimmen.

Kaufland-Bestellungen landen in derselben Bestellübersicht wie die aus dem Shop, und ein Verkauf auf einem Kanal senkt den Bestand auf dem anderen. Weitere Kanäle finden Sie unter Integrationen; mehr zur Shopseite lesen Sie unter PIM für Onlineshops.

Checkliste für Ihre PIM-Einführung

  • Es gibt eine verantwortliche Person für die Produktdaten.
  • Sie haben eine Liste aller Quellen und aller Kanäle.
  • Jedes Produkt und jede Variante hat eine gültige, eindeutige EAN, oder Sie wissen, welche nicht.
  • Es gibt einen eigenen Kategoriebaum.
  • Pro Kanal wissen Sie, welche Attribute Pflicht sind.
  • Wiederkehrende Lieferantenfehler fangen Sie mit Regeln ab, nicht von Hand.
  • Ihre Bestseller sind vollständig: Text, Bilder, Gewicht, Maße, Marke.
  • Für Marktplätze sind die GPSR-Angaben pro Marke hinterlegt.
  • Sie gehen mit einem Kanal live und prüfen Produkte und Bestellungen.
  • Sie planen feste Zeit für die Pflege ein.

Sie möchten sehen, wie das in StoreLinkr funktioniert? Sehen Sie sich das PIM-System an, lesen Sie, wie Sie Ihren Webshop anbinden, oder werfen Sie einen Blick auf die Preise. Es gibt eine Testphase, damit Sie die ersten Schritte mit Ihren eigenen Daten gehen können.

Starten Sie Ihre PIM-Einführung mit eigenen Daten

Importieren Sie Ihre Lieferanten, bereinigen Sie mit Regeln, reichern Sie per EAN an und gehen Sie mit dem PIM von StoreLinkr Kanal für Kanal live.

Häufige Fragen

Ein Ort für alle Produktdaten, schneller neue Produkte auf Ihren Kanälen, weniger Fehler und Retouren dank vollständiger Daten und Produkte, die die Anforderungen der Marktplätze erfüllen.

Das hängt vor allem von Ihren Quelldaten ab. Ein kleiner Onlineshop mit einem Lieferanten kann nach einigen Wochen live sein; ein Großhändler mit Tausenden Artikeln und mehreren Lieferanten rechnet eher mit ein paar Monaten für den ersten Kanal.

Das Wichtigste ja: gültige, eindeutige EANs und ein eigener Kategoriebaum. Wiederkehrende Fehler eines Lieferanten korrigieren Sie danach mit Regeln pro Importquelle, damit Sie sie nicht bei jedem Import neu beheben müssen.

Meist mit Ihrem eigenen Onlineshop: Dort haben Sie die meiste Kontrolle und sehen Fehler am schnellsten. Marktplätze sind bei EAN, Kategorie und Attributen strenger und folgen danach.

Nicht, wenn Sie sie mit Produktregeln festlegen. In StoreLinkr halten Produktregeln unter anderem Name, Marke, Beschreibungen, Preise und Kategorie pro Produkt fest, auch wenn der Lieferant etwas anderes sendet.

StoreLinkr passt zu Onlineshops, Großhändlern und Händlern, die Produktdaten, Anreicherung und Anbindungen in einem Tool wollen. Brauchen Sie komplexe Datenmodelle, Übersetzungen pro Sprache, ein DAM oder Freigabeprozesse, ist ein Enterprise-PIM die bessere Wahl.