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PIM vs. ERP: der Unterschied in Kürze
ERP und PIM werden oft in einem Atemzug genannt, und Suchanfragen wie "pim erp" oder "erp pim" zeigen, dass der Unterschied nicht jedem klar ist. Dabei erledigen beide ganz verschiedene Aufgaben. Ein ERP (Enterprise Resource Planning) steuert das Unternehmen: Einkauf, Bestand, Aufträge, Rechnungen und Buchhaltung. Ein PIM (Produktinformationsmanagement) steuert die Produktinformationen: die Texte, Attribute, Bilder und Kategorien, die ein Kunde vor dem Kauf sieht.
Eine einfache Faustregel: Das ERP weiß, was ein Produkt kostet und wie viele im Regal liegen. Das PIM weiß, wie man dieses Produkt verkauft. Ein ERP-Artikel hat oft nur eine Kurzbezeichnung für Einkauf und Lager, etwa "KETTE 11F 116GL SLB". Ein Onlineshop oder Marktplatz braucht einen lesbaren Titel, eine Beschreibung, Attribute wie Gangzahl und Länge sowie gute Bilder. Dieser reichhaltige Content passt schlecht in ein ERP, und genau dafür gibt es ein PIM.
Was ein PIM-System grundsätzlich ist, lesen Sie unter Was ist ein PIM-System. Dieser Artikel geht einen Schritt weiter: wie sich PIM und ERP zueinander verhalten und wo DAM, PLM und MDM ins Bild passen.
ERP, PIM, DAM, PLM und MDM im Vergleich
Neben ERP und PIM begegnen Ihnen drei weitere Abkürzungen. Ein DAM (Digital Asset Management) verwaltet Mediendateien. Ein PLM (Product Lifecycle Management) begleitet ein Produkt während der Entwicklung, von der Idee bis zur Produktion. MDM (Master Data Management) sorgt dafür, dass Stammdaten wie Produkte, Kunden und Lieferanten in allen Systemen gleich sind. So sind die Aufgaben verteilt:
| System | Hauptaufgabe | Typische Daten | Wer nutzt es |
|---|---|---|---|
| ERP | Unternehmenssteuerung: Einkauf, Bestand, Aufträge, Rechnungen und Buchhaltung | Artikelnummer, EAN, Einkaufs- und Verkaufspreis, MwSt., Bestand, Lieferanten, Aufträge | Einkauf, Lager, Finanzen, Geschäftsführung |
| PIM | Produktinformationen sammeln, anreichern und an Verkaufskanäle senden | Titel, Beschreibungen, Attribute, Kategorien, Varianten, Produktbeziehungen, Produktbilder | E-Commerce, Marketing, Produktcontent |
| DAM | Mediendateien verwalten, mit Versionen, Formaten und Nutzungsrechten | Fotos, Videos, Logos, Broschüren, Markenmaterial | Marketing, Design, Kommunikation |
| PLM | Ein Produkt entwickeln, von der Idee bis zur Produktion | Entwürfe, technische Spezifikationen, Stücklisten, Materialien, Versionen | Produktentwicklung, Konstruktion, Produktion |
| MDM | Stammdaten in allen Systemen gleich halten | Ein Golden Record pro Produkt, Kunde und Lieferant, mit Codes und Zuordnungen | IT, Datenmanagement |
In kleineren Unternehmen heißt die Quelle für Preis und Bestand nicht immer ERP. Für ein Geschäft mit Ladenlokal ist es oft das Kassensystem. Für einen Onlineshop ohne eigenes Lager ist es der Großhändler oder Lieferant, der eine Bestandsdatei liefert. Sie spielen dieselbe Rolle wie ein ERP: Sie sind die Quelle der kaufmännischen Basisdaten. Wo in diesem Artikel ERP steht, können Sie also auch Kasse oder Lieferant lesen.
Wo sie sich überschneiden und welches System führt
Die Systeme überschneiden sich, und genau dort entstehen die meisten Fehler. Ein Produktname steht im ERP, im PIM und im Onlineshop. Eine EAN steht im PLM, im ERP und im PIM. Ein Produktbild liegt im DAM, im PIM und auf dem Marktplatz. Wer ändert was, und welche Version gilt?
Die Antwort heißt Datenhoheit pro Feld: Ein System ist die Quelle, die anderen lesen mit. Eine übliche Aufteilung:
- ERP, Kasse oder Lieferant: EAN und Artikelnummer, Einkaufspreis, Verkaufspreis, Steuersatz und Bestand.
- PIM: Verkaufstitel, Kurz- und Langbeschreibung, Attribute, Kategorie im eigenen Baum, Varianten, Cross-Selling und Upselling.
- DAM: die Originaldateien und die Rechte daran. Das PIM ordnet das richtige Bild dem richtigen Produkt zu.
- PLM: technische Spezifikationen, solange das Produkt in Entwicklung ist. Zum Marktstart gehen sie an ERP und PIM.
Ein Beispiel. Ein Onlineshop für Wohnaccessoires erhöht den Preis einer Vase in der Kasse, aber eine Kollegin ändert denselben Preis zusätzlich von Hand im Shop. Beim nächsten Abgleich überschreibt das eine das andere, und niemand weiß mehr, welcher Preis stimmt. Legen Sie fest, dass der Preis immer aus der Kasse und der Text immer aus dem PIM kommt, dann ist das Problem gelöst.
Lassen Sie ein Feld nie in zwei Systemen gleichzeitig bearbeiten. Bestimmen Sie pro Feld eine Quelle, und die anderen Systeme lesen nur von ihr.
So fließen Daten zwischen ERP, PIM, DAM und PLM
In einer Landschaft mit allen Systemen nimmt ein Produkt meist diesen Weg:
- PLM: Das Produkt wird entworfen und spezifiziert. Erst zum Marktstart existiert es auch kaufmännisch.
- ERP: Der Artikel wird mit Artikelnummer, EAN, Preis und Steuersatz angelegt. Ab jetzt führt das ERP den Bestand.
- DAM: Der Fotograf liefert die Bilder, die gespeichert und freigegeben werden.
- PIM: Das PIM liest die Basisdaten aus dem ERP, holt die Bilder dazu und ergänzt den Rest: Titel, Beschreibung, Attribute und Kategorie.
- Verkaufskanäle: Das PIM sendet das vollständige Produkt an Onlineshop, Marktplätze und Produktfeeds.
- Zurück zur Quelle: Bestellungen aus diesen Kanälen gehen zurück an das System, das Bestand und Rechnungen führt, damit der Bestand stimmt.
Beispiel: ein Großhändler für Fahrradteile
Die meisten Onlineshops und Großhändler haben weder ein PLM noch ein eigenes DAM. Nehmen Sie einen Großhändler für Fahrradteile mit ERP und eigenem Onlineshop, der auch auf Kaufland und eBay verkauft. Das ERP bleibt die Quelle für Artikelnummer, EAN, Einkaufspreis, Verkaufspreis und Bestand. Die Hersteller liefern Bilder und Datenblätter, die direkt am Produkt im PIM landen. Dort bekommt die Kette aus dem Beispiel oben einen Titel wie "Fahrradkette 11-fach, 116 Glieder, silber", eine Beschreibung und Attribute wie Gangzahl, Länge und Farbe. Das PIM sendet alles an den Shop und die Marktplätze. Verkäufe auf diesen Kanälen senken den Bestand, sodass der Großhändler nie mehr verkauft, als im Lager liegt.
Wann brauchen Sie welches System?
Nicht jedes Unternehmen braucht alle fünf. Schauen Sie auf Ihre eigene Situation:
- Kleiner Onlineshop mit einigen hundert Produkten: Der Shop selbst reicht oft, solange Sie nur einen Kanal haben. Sobald Sie auch auf einem Marktplatz verkaufen oder Produkte eines Lieferanten importieren, hilft ein PIM.
- Geschäft mit Kasse und Onlineshop: Die Kasse ist Ihre Quelle für Preis und Bestand. Ein PIM ergänzt, was der Kasse fehlt, etwa Beschreibungen und Bilder, und hält den Bestand auf allen Kanälen gleich.
- Großhändler oder Distributor: ein ERP für Einkauf, Aufträge und Rechnungen und ein PIM für den Content in Richtung Shop, Marktplätze und Geschäftskunden.
- Marke oder Hersteller mit eigener Produktentwicklung: Hier werden PLM und DAM sinnvoll. Viel Bildmaterial, mehrere Sprachen und Freigabeschritte verlangen nach spezialisierten Systemen. Daher kommen auch Suchanfragen wie "plm pim" oder "pim dam software".
- Organisation mit vielen Systemen und eigener IT: MDM lohnt sich erst, wenn dieselben Stammdaten in vielen Systemen leben und dort auseinanderlaufen.
Merken Sie sich außerdem: Ein ERP ersetzt kein PIM, und ein PIM ersetzt kein ERP. Ein PIM bucht keine Rechnungen, und ein ERP schreibt keine Produkttexte für einen Marktplatz. Was ein PIM einem Onlineshop bringt, lesen Sie unter PIM für Onlineshops. Wie Sie ein PIM neben Ihren bestehenden Systemen einführen, steht unter PIM-Einführung.
Unsicher, ob Sie ein PIM brauchen? Zählen Sie, an wie vielen Stellen Sie denselben Produkttext pflegen. Sind es mehr als eine, spart Ihnen ein zentraler Ort Arbeit und Fehler.
Wo StoreLinkr zwischen ERP und Verkaufskanälen steht
StoreLinkr sitzt zwischen Ihrer Quelle für Preis und Bestand und Ihren Verkaufskanälen. Es ist ein PIM mit integrierten Anbindungen, kein ERP und kein Enterprise-PIM.
Was StoreLinkr liest
Produkte kommen über Anbindungen an Großhändler, Lieferanten und Kassensysteme herein oder über einen einmaligen Import einer XLS-, XLSX- oder CSV-Datei mit Spaltenzuordnung und Vorschau. Für eigene Systeme gibt es eine API, unter anderem für Katalog, Bestand und Bestellungen. Sie können Produkte auch ganz selbst im PIM anlegen. Welche Systeme eine fertige Anbindung haben, sehen Sie unter Integrationen.
Was StoreLinkr verwaltet und anreichert
Im PIM ergänzen Sie, was der Quelle fehlt: Beschreibungen, Attribute, Metafelder, Varianten, Produktbeziehungen, einen eigenen Kategoriebaum, Bilder mit Reihenfolge und Alt-Text sowie Anhänge wie eine Anleitung. Mit Produktregeln ändern Sie Felder eines importierten Produkts, ohne dass der nächste Import sie überschreibt. Per EAN reichern Sie Name, Beschreibung, Kategorie und Bilder an, auf Wunsch mit Ihrer eigenen KI; siehe KI-Produktanreicherung. Ein Datenqualitäts-Dashboard zeigt, welchen Produkten Bilder, eine gültige EAN, eine Marke oder Maße fehlen.
Wohin StoreLinkr sendet
Das vollständige Produkt geht an Ihren Onlineshop (WooCommerce, Shopify, SitePack, CCV Shop, Lightspeed oder HikaShop), an Marktplätze wie Kaufland, Bol und Mirakl-Marktplätze sowie an Produktfeeds, etwa für Google Shopping. Pro Kanal wählen Sie die Produktauswahl, die Preisliste und die Lagerorte. Der Bestand bleibt auf allen Kanälen gleich, und Marktplatzbestellungen landen in einer Übersicht. Wie das für Ihren Shop funktioniert, lesen Sie unter Webshop anbinden.
Was StoreLinkr nicht macht
StoreLinkr hat kein eigenes DAM: Es verwaltet Produktbilder und Anhänge am Produkt, keine separate Mediathek mit Rechteverwaltung. Es gibt auch kein PLM, keine Buchhaltung oder Rechnungsstellung wie in einem ERP, keine übersetzten Produktinhalte pro Sprache und keine Rollen und Rechte pro Benutzer. Brauchen Sie das, etwa als Marke mit großem Sortiment in vielen Sprachen, passt ein Enterprise-PIM besser. Die Unterschiede lesen Sie im PIM-Systeme-Vergleich, die Kosten von StoreLinkr auf der Preisseite.
Ein Ort für Ihren Produktcontent, neben ERP oder Kasse
Lesen Sie Preis und Bestand aus Ihrer Quelle, reichern Sie den Content im PIM an und senden Sie vollständige Produkte an Shop und Marktplätze.